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Make to Order: weniger Fertigwarenbestand, verlässlichere Lieferzusagen

Auftragsfertigung senkt Fertigwarenbestände, braucht aber belastbare Liefertermine. SkyPlanner macht aus Ihrem Auftragsbestand einen umsetzbaren Plan.

Jussi Mäntylä Experte für Produktionsplanung, SkyPlanner Aktualisiert 19. Oktober 2026 9 Min. Lesezeit
One custom housing waits while another occupies the finishing resource needed to complete both orders.
In diesem Artikel
  1. Was bedeutet Auftragsfertigung?
  2. Wann ist Auftragsfertigung die richtige Wahl?
  3. Ein Auftrag braucht einen Platz im Plan – nicht nur einen Liefertermin
  4. Sie setzen die Prioritäten, SkyPlanner berechnet den Plan
  5. Was der bessere Kapazitätsüberblick bei Fredman Operations verändert hat
  6. Sehen Sie, wie sich Ihr nächster Auftrag einplanen lässt
  7. Häufig gestellte Fragen
  8. Bedeutet Auftragsfertigung, dass jedes Produkt kundenspezifisch entwickelt wird?
  9. Können Auftragsfertiger Materialien auf Lager halten?
  10. Warum können sich Liefertermine in der Auftragsfertigung ändern?

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Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

Ein Kunde bestellt ein Gehäuse in einer Größe, die Sie nur selten verkaufen. Erst nach Auftragseingang zu fertigen, ist sinnvoll: So füllen Sie Ihr Lager nicht mit Varianten, die womöglich nie einen Käufer finden. Dennoch möchte der Kunde einen Liefertermin wissen – und Ihre Kapazität für die Endbearbeitung ist bereits verplant.

Das ist der zentrale Zielkonflikt bei der Auftragsfertigung. Sie produzieren weniger Fertigwaren auf Vorrat, dafür warten Ihre Kunden, während ihre Aufträge die Fertigung durchlaufen. Entscheidend ist, dass Sie nicht nur wissen, was Sie herstellen können, sondern auch, welche Aufträge sich zeitlich in Ihrer Fertigung unterbringen lassen.

SkyPlanner hilft Ihnen, diesen Zielkonflikt in der Praxis zu bewältigen. Arcturus, die KI für die Feinplanung, berechnet die Fertigungsreihenfolge anhand Ihrer Kapazitäten, Materialien und Prioritäten. Den daraus entstehenden Plan sehen Sie in einer Gantt-Ansicht. Damit haben Sie die anstehende Arbeit besser im Blick, wenn Sie Lieferzusagen machen.

Was bedeutet Auftragsfertigung?

Auftragsfertigung (MTO) ist eine Produktionsstrategie, bei der ein Kundenauftrag die Fertigung auslöst. Statt Fertigprodukte für einen prognostizierten Bedarf herzustellen und ab Lager zu verkaufen, fertigen Sie die bestellte Menge nach den Vorgaben des Kunden.

Das Produkt muss dafür keine eigens entwickelte Sonderanfertigung sein. Ein Hersteller kann auf eine bestehende Konstruktion, Stückliste und einen Arbeitsplan zurückgreifen und dann eine bestimmte Größe, Oberflächenausführung oder Losgröße auf Bestellung fertigen. Entscheidend ist, was die Fertigung auslöst – nicht, wie einzigartig das Produkt ist.

Stellen Sie sich einen Blechverarbeiter vor, der Gerätegehäuse in verschiedenen Abmessungen und Oberflächenausführungen anbietet. Häufig verwendetes Blech hält er auf Lager. Mit dem Zuschneiden, Biegen und der Endbearbeitung eines Gehäuses beginnt er aber erst, wenn der Kundenauftrag vorliegt. Das ist MTO: Rohmaterial kann auf Lager liegen, obwohl das fertige Gehäuse nicht bevorratet wird.

Die Produktionsstrategien lassen sich gut anhand einer Frage unterscheiden: Was ist bei Auftragseingang noch zu tun?

StrategieDurch den Kundenauftrag ausgelöste ArbeitZentrale Planungsfrage
Lagerfertigung (MTS)Ein für den erwarteten Bedarf gefertigtes Produkt kommissionieren und versendenWelche Fertigprodukte sollten wir in welchen Mengen bevorraten?
Auftragsmontage (ATO)Das Fertigprodukt aus vorbereiteten Komponenten oder Baugruppen montierenSind die benötigten Komponenten und Montagekapazitäten verfügbar?
Auftragsfertigung (MTO)Das bestellte Produkt nach bestehender Konstruktion und bestehendem Arbeitsplan fertigenWann lassen sich die erforderlichen Arbeitsgänge in der Fertigung einplanen?
Engineer-to-Order (ETO)Das Produkt konstruieren oder entwickeln und anschließend fertigenWann wird die Konstruktion fertig sein, und welche Arbeiten ergeben sich daraus?

MTO ist auch nicht dasselbe wie Werkstattfertigung. MTO beschreibt die Rolle des Kundenauftrags als Auslöser der Produktion. Werkstattfertigung bezeichnet dagegen eine Fertigungsumgebung, in der Aufträge nach unterschiedlichen Arbeitsplänen auf gemeinsam genutzten Ressourcen bearbeitet werden können. Ein Betrieb kann beides verbinden. Unser Leitfaden zur Feinplanung in der Werkstattfertigung behandelt die Herausforderungen, die sich daraus für die Planung ergeben.

Wann ist Auftragsfertigung die richtige Wahl?

MTO ist attraktiv, wenn es teuer wäre, jede fertige Variante zu bevorraten, die Nachfrage nach einzelnen Varianten schwankt und Kunden bereit sind, auf die Fertigung zu warten. So können Sie ein breiteres Sortiment anbieten, ohne jedes mögliche Produkt im Voraus herzustellen.

Am deutlichsten zeigt sich der Vorteil beim Fertigwarenbestand: Weniger Produkte bleiben unverkauft liegen, weil Sie den Variantenmix falsch eingeschätzt haben. Die Fertigung ist an einen tatsächlichen Kundenauftrag gebunden, der die benötigten Abmessungen, das Material oder die Oberflächenausführung vorgeben kann.

Der Preis dafür ist die Durchlaufzeit. Bei MTS steht das Produkt womöglich schon versandbereit im Lager. Bei MTO umfasst die Wartezeit des Kunden die Fertigung und die Liegezeiten zwischen den Arbeitsgängen. Auch der Auftragseingang kann für eine ungleichmäßige Auslastung sorgen: Auf eine ruhige Woche folgen mehrere Aufträge, die dieselbe Ressource benötigen.

MTO bedeutet weder, dass keine Bestände nötig sind, noch, dass die Gesamtkosten automatisch niedriger ausfallen. Rohstoffe, Zukaufteile und unfertige Erzeugnisse können weiterhin erforderlich sein. Kleine Losgrößen können häufiges Umrüsten erfordern. Wenn Kunden eine sofortige Auslieferung benötigen und regelmäßig dasselbe Standardprodukt kaufen, kann es sinnvoller sein, dieses Produkt auf Lager zu fertigen.

Sie müssen nicht den gesamten Betrieb auf ein einziges Modell festlegen. Standardprodukte können Sie bevorraten und weniger gut prognostizierbare Varianten auf Bestellung fertigen. Ein Hauptproduktionsplan hilft dabei, diesen breiteren Produktmix mit den Arbeiten abzustimmen, die in der Fertigung erledigt werden müssen.

Ein Auftrag braucht einen Platz im Plan – nicht nur einen Liefertermin

Kehren wir zu unserem fiktiven Gehäusehersteller zurück. Ein neuer Auftrag erfordert Zuschneiden, Biegen und Endbearbeitung. Das Material steht bereit, und beim Zuschneiden ist noch Kapazität frei. Da liegt es für den Vertrieb nahe, eine schnelle Lieferung zu versprechen. Die Endbearbeitung ist jedoch bereits für andere Kunden verplant.

Sofort mit dem Zuschneiden zu beginnen, löst diesen Konflikt nicht. Möglicherweise wartet dann nur ein weiteres Teil auf die Endbearbeitung. Die entscheidende Frage lautet: Können alle Arbeitsgänge des Arbeitsplans rechtzeitig abgeschlossen werden, während auch die bereits zugesagten Aufträge gefertigt werden?

Führen Sie für jeden neuen Auftrag diese Informationen zusammen:

  • Die erforderlichen Arbeiten: die korrekte Spezifikation, Menge und Reihenfolge der Arbeitsgänge sowie Bearbeitungs- und Rüstzeiten.
  • Die geeigneten Ressourcen: mögliche Arbeitsstationen, Arbeitsschichten, Bediener und gegebenenfalls benötigte Werkzeuge.
  • Die Materialverfügbarkeit: vorhandene Bestände und die erwartete Verfügbarkeit zugekaufter Materialien oder Komponenten.
  • Die bestehenden Zusagen: Arbeitsgänge, die diese Ressourcen bereits beanspruchen, und ihre Prioritäten.
  • Das Lieferfenster: Zeit für die verbleibenden Fertigungsschritte, Prüfung, Verpackung und bei Bedarf den Transport.

Der Fertigungsauftrag enthält die Details zur Ausführung. Die Feinplanung ordnet diese Arbeit den verfügbaren Zeiten zu. Ein gewünschter Liefertermin allein leistet weder das eine noch das andere.

Lässt sich der gewünschte Termin nicht einhalten, müssen Sie eine Entscheidung treffen. Eine geeignete alternative Arbeitsstation, eine angepasste Schicht oder eine andere Priorität kann helfen. Andernfalls vereinbaren Sie einen späteren Termin, bevor sich der Kunde auf eine nicht erfüllbare Zusage verlässt. Wenn ein gemeinsam genutzter Arbeitsgang immer wieder Lieferungen verzögert, untersuchen Sie den Engpass in der Produktion, statt weitere Arbeit für seine Warteschlange freizugeben.

Sie setzen die Prioritäten, SkyPlanner berechnet den Plan

Die Schwierigkeit liegt nicht darin, diese Informationen einmal zu prüfen. Sie müssen auch dann aufeinander abgestimmt bleiben, wenn neue Aufträge eingehen, sich Materialtermine verschieben und die Fertigung länger dauert als geplant. Wer jeden Arbeitsgang manuell zwischen den Warteschlangen der Maschinen verschiebt, muss als Planer nicht nur Entscheidungen treffen, sondern auch die Berechnung laufend aktuell halten.

SkyPlanner APS übernimmt diese Berechnung für die Feinplanung. Sie legen Arbeitsstationen, Schichten, Bediener, Materialien und Prioritäten fest und hinterlegen für jedes Produkt die Prozessschritte und deren Dauer. Arcturus plant die Arbeit anhand der konfigurierten Kapazitäten und Abhängigkeiten ein. Die Gantt-Ansicht zeigt die Reihenfolge über alle Arbeitsstationen hinweg. So können Sie den Weg des Gehäuses vom Zuschneiden bis zur Endbearbeitung verfolgen, statt einzelne Warteschlangen zu prüfen.

Für das Gehäusebeispiel bedeutet das: Die Auslastung der Endbearbeitung fließt von Anfang an in den Plan ein. Hat ein Eilauftrag Vorrang, ändern Sie die Priorität und lassen den Plan neu berechnen. Prüfen Sie anschließend die neuen Fertigstellungstermine der anderen Aufträge, bevor Sie die neue Zusage bestätigen. Der Vorteil ist nicht nur eine schnellere Antwort für einen Kunden: Sie sehen auch, was diese Antwort für die bereits wartenden Kunden bedeutet.

Eine Feinplanung, die das Material berücksichtigt, bezieht ein weiteres häufiges MTO-Problem in dieselbe Berechnung ein. Ist diese Regel aktiviert, berücksichtigt Arcturus die Materialverfügbarkeit, statt so zu planen, als wäre jedes Teil bereits vorhanden. Die Liefertermine von Bestellungen stehen für die erwartete Verfügbarkeit. Wird der Wareneingang als geliefert bestätigt, aktualisiert sich der Bestand. Diese Termine aktuell zu halten, ist wichtig, wenn eine Lieferverzögerung verändert, was als Nächstes gefertigt werden kann.

Sie behalten die Kontrolle über die Prioritäten und sichern Planungsentscheidungen durch Sperren ab. Arcturus berechnet den Plan innerhalb dieser Vorgaben. Fehlende physische Kapazität kann Arcturus nicht schaffen. Es kann Ihnen aber eine klarere Grundlage für die Entscheidung geben, ob Sie den Plan oder die Lieferzusage ändern sollten.

SkyPlanner lässt sich über seine offene REST API mit jedem ERP oder MES integrieren. So können Sie bestehende Auftrags- und Produktionsdaten mit der Feinplanung verbinden, ohne für eine bessere MTO-Planung zuerst Ihr ERP ersetzen zu müssen.

Was der bessere Kapazitätsüberblick bei Fredman Operations verändert hat

Fredman Operations, ein Hersteller lebensmittelsicherer Küchen- und Verpackungslösungen, benötigte mit wachsendem Auftragsvolumen einen besseren Überblick über seine Kapazitäten. Arbeitskarten wurden manuell aus dem L7 ERP in die Produktionsverwaltung LTR übertragen. Der Planer priorisierte Arbeitsgänge, ohne genau zu sehen, wann Maschinen wieder frei würden oder welche Schichtkapazitäten verfügbar waren. Dringende Umplanungen konnten eine Stunde oder länger dauern.

Das Unternehmen entschied sich wegen der übersichtlichen, gemeinsam genutzten Gantt-Ansicht für SkyPlanner und band seine Systeme L7 und LTR an. Maschinen, freie und belegte Kapazitäten sowie der Fortschritt der Arbeitsgänge waren nun zusammen sichtbar. Die Produktionsmitarbeiter konnten geplante Start- und Endzeiten sehen, während der Vertrieb eine bessere Grundlage für Lieferzusagen erhielt.

Fredman berichtet in seiner Kundenreferenz von weniger Überstunden und schnelleren Reaktionen auf Planänderungen. Für Auftragsfertiger ist vor allem die Verbindung zwischen Produktion und Vertrieb relevant: Eine Lieferzusage lässt sich besser begründen, wenn alle die dahinterstehenden Kapazitäten sehen können. Lesen Sie die Kundenreferenz von Fredman Operations.

Sehen Sie, wie sich Ihr nächster Auftrag einplanen lässt

Auftragsfertigung hilft Ihnen, Bestände an Fertigprodukten zu vermeiden, die nicht gebraucht werden. Ein umsetzbarer Produktionsplan hilft Ihnen, dieses Bestandsproblem nicht durch einen Rückstand verspäteter Kundenaufträge zu ersetzen.

Buchen Sie eine Demo, um zu sehen, wie SkyPlanner Ihre Produktion planen würde. Bringen Sie einen typischen Arbeitsplan mit, nennen Sie die Ressource, um die die meisten Aufträge konkurrieren, und eine kürzliche Änderung, die Liefertermine durcheinandergebracht hat. Damit haben wir einen guten Ausgangspunkt, um Ihnen zu zeigen, wie Arcturus und der Gantt-Plan Ihren Planungsalltag erleichtern könnten.

Sie möchten sich lieber erst selbst umsehen? Testen Sie SkyPlanner mit Demodaten und sehen Sie, wie Aufträge und Kapazitäten im Produktionsplan zusammenkommen.

Häufig gestellte Fragen

Bedeutet Auftragsfertigung, dass jedes Produkt kundenspezifisch entwickelt wird?

Nein. Ein MTO-Produkt kann auf einer bestehenden Konstruktion und einem festgelegten Arbeitsplan basieren. Die Fertigung beginnt jedoch erst, nachdem der Kunde einen Auftrag erteilt hat. Löst dieser Auftrag auch eine neue Produktentwicklung aus, ist Engineer to Order die passendere Bezeichnung.

Können Auftragsfertiger Materialien auf Lager halten?

Ja. MTO beschreibt, wann die Fertigung ausgelöst wird, und verbietet keine Lagerbestände. Häufig benötigte Rohstoffe und Zukaufteile können bevorratet werden, damit die Produktion früher beginnen kann. Das Fertigprodukt wird für einen Kundenauftrag hergestellt und nicht auf Basis des prognostizierten Bedarfs an Fertigprodukten.

Warum können sich Liefertermine in der Auftragsfertigung ändern?

Aufträge nutzen dieselben Ressourcen. Verspätetes Material, ein Kapazitätsausfall oder geänderte Prioritäten können einen Arbeitsgang verschieben und sich auf nachfolgende Arbeiten auswirken. Wird der Produktionsplan neu berechnet, werden diese Folgen sichtbar. So kann der Planer reagieren und Lieferzusagen bei Bedarf anpassen.

Jussi Mäntylä

Experte für Produktionsplanung, SkyPlanner

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