Mit jedem ERP verbinden

Die offene REST API von SkyPlanner verbindet ERP-, MES- und Betriebssysteme, einschließlich hauseigener ERPs. Erstellen Sie die Integration selbst oder lassen Sie unser Team helfen.

Funktioniert auch eigenständig — eine ERP-Integration ist optional, nicht erforderlich.

Integrationsprojekt besprechen

Verbindet sich mit ERP & MES Systemen wie

Ressourcen

Vorwärts- und Rückwärtsterminierung: Die richtige Richtung wählen

Jetzt starten oder erst kurz vor Fälligkeit? Vorwärts- und Rückwärtsterminierung im Vergleich – mit Fertigungsbeispiel und dem Ansatz von SkyPlanner.

Jussi Mäntylä Produktionsplanungsspezialist, SkyPlanner Aktualisiert 14. Oktober 2026 9 Min. Lesezeit
In diesem Artikel
  1. Was unterscheidet die Vorwärts- von der Rückwärtsterminierung?
  2. Ein Beispiel aus der Fertigung: derselbe Auftrag, zwei Starttermine
  3. Was ändert sich, wenn die Maschine bereits einen anderen Auftrag hat?
  4. Wann eignet sich welche Methode?
  5. Was tun, wenn der erforderliche Starttermin bereits in der Vergangenheit liegt?
  6. Die gewählte Terminierung in SkyPlanner umsetzen
  7. Liefertermine im Produktionsalltag fundierter festlegen
  8. Planungsrichtung wählen und auf einen abgestimmten Produktionsplan vertrauen

Startseite » Ressourcen » Vorwärts- und Rückwärtsterminierung: Die richtige Richtung wählen

Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

Ein Auftrag ist nächsten Freitag fällig. Sollten Sie ihn starten, sobald das Material eintrifft, oder erst kurz vor dem Versand? Ein früher Start kann den Liefertermin absichern, bindet aber auch Material und Stellfläche. Bei einem späteren Start gelangt der Auftrag erst dann in die Fertigung, wenn es nötig ist – vorausgesetzt, die benötigte Kapazität steht dann noch zur Verfügung.

Genau um diesen Zeitpunkt geht es bei der Entscheidung zwischen Vorwärts- und Rückwärtsterminierung. Die Vorwärtsterminierung ermittelt, wann ein Auftrag fertig werden kann, wenn vom frühestmöglichen zulässigen Start aus geplant wird. Die Rückwärtsterminierung ermittelt, wann er spätestens beginnen muss, um zu einem vorgegebenen Termin fertig zu sein.

Keine der beiden Richtungen schafft zusätzliche Maschinenstunden. Eine brauchbare Antwort erhalten Sie erst, wenn der Auftrag unter Berücksichtigung der Ressourcen, des Materials und der bereits zugesagten Aufträge in Ihrem Werk eingeplant wird. SkyPlanner unterstützt beide Richtungen und berechnet die Termine der Arbeitsgänge. So können Sie entscheiden, wann die Arbeit stattfinden soll, ohne jede Maschinenbelegung selbst neu aufzubauen.

Was unterscheidet die Vorwärts- von der Rückwärtsterminierung?

Die Vorwärtsterminierung plant vom Starttermin aus bis zur Fertigstellung. Sie setzt den ersten Arbeitsgang so früh an, wie es die Planungsbedingungen zulassen, und plant anschließend die weiteren Arbeitsgänge in der Reihenfolge des Arbeitsplans. Das Ergebnis ist der unter diesen Annahmen frühestmögliche geplante Fertigstellungstermin.

Die Rückwärtsterminierung plant vom geforderten Fertigstellungstermin zurück bis zum Start. Sie setzt den letzten Arbeitsgang zum spätestmöglichen geeigneten Zeitpunkt an und plant dann rückwärts die vorangehenden Arbeitsgänge. Das Ergebnis zeigt, wann der Auftrag unter vergleichbaren Planungsbedingungen spätestens beginnen kann.

Die Berechnung ändert ihre Richtung; die Fertigungsfolge bleibt gleich. Der Zuschnitt erfolgt weiterhin vor der Zerspanung und die Zerspanung vor der Endprüfung.

EntscheidungskriteriumVorwärtsterminierungRückwärtsterminierung
AusgangspunktEin zulässiger StartterminEin geforderter Fertigstellungstermin
Zentrale FrageWann kann dieser Auftrag frühestens fertig sein?Wann kann dieser Auftrag spätestens starten?
Geeignet fürEinen erreichbaren Fertigstellungstermin ermitteln oder Arbeit einplanen, die so früh wie möglich (ASAP) ausgeführt werden sollBestätigte Aufträge zeitlich nah am Bedarf einplanen
Auswirkungen auf BeständeKann früher als nötig zu Umlaufbeständen oder Fertigwarenbeständen führenKann vorzeitige Produktion und die Lagerdauer reduzieren
Absicherung des LieferterminsEine frühe Fertigstellung kann Zeit lassen, um Verzögerungen vor dem Versand aufzufangenZeitpuffer müssen im Zieltermin und im Produktionsplan bewusst berücksichtigt werden
Unbedingt prüfenWird mit dem errechneten Fertigstellungstermin die Zusage eingehalten?Passt der erforderliche Start zur Materialverfügbarkeit und zur verfügbaren Kapazität?

Planungsrichtung und Kapazitätsannahme sind getrennte Entscheidungen. In beiden Richtungen lässt sich mit begrenzter Kapazität oder unter der Annahme unbegrenzter Kapazität rechnen. Ein rückwärts gerechneter Plan, der mehrere Aufträge auf dieselbe bereits belegte Maschine legt, ist ebenso wenig umsetzbar wie ein vorwärts gerechneter Plan, der das Gleiche tut.

Ein Beispiel aus der Fertigung: derselbe Auftrag, zwei Starttermine

Stellen Sie sich ein Los vor, das drei Arbeitsgänge auf unterschiedlichen Ressourcen durchläuft: Zuschnitt, Zerspanung und Prüfung. Das Material steht am Montagmorgen bereit. Jede Ressource arbeitet von Montag bis Freitag, 08:00–16:00, und jeder Arbeitsgang muss für das gesamte Los abgeschlossen sein, bevor der nächste beginnt. Die unten angegebenen Dauern umfassen die jeweils benötigte Zeit; zusätzliche Transport- oder Wartezeiten gibt es in diesem ersten Beispiel nicht.

Der Kunde benötigt den Versand am Freitag. Als internen Fertigstellungstermin legen Sie Donnerstag um 16:00 fest. Damit bleibt die vereinbarte Zeit für Verpackung und Versand erhalten, die außerhalb dieses Fertigungsablaufs liegen. Zunächst sind alle benötigten Zeitfenster auf den Ressourcen frei.

ArbeitsgangDauerVorwärts ab Montag 08:00Rückwärts ab Donnerstag 16:00
Zuschnitt2 StundenMontag 08:00–10:00Donnerstag 08:00–10:00
Zerspanung4 StundenMontag 10:00–14:00Donnerstag 10:00–14:00
Prüfung2 StundenMontag 14:00–16:00Donnerstag 14:00–16:00

Beide Pläne halten den vorgegebenen Fertigstellungstermin ein. Bei der Vorwärtsterminierung ist das Los am Montag fertig und wartet anschließend. Bei der Rückwärtsterminierung beginnt die Fertigung erst am Donnerstag; so entsteht dieser frühe Fertigwarenbestand nicht. Ob die zusätzliche Wartezeit eine sinnvolle Absicherung oder unnötiger Bestand ist, hängt vom Auftrag und Ihren Produktionsbedingungen ab.

Was ändert sich, wenn die Maschine bereits einen anderen Auftrag hat?

Angenommen, die Ressource für die Zerspanung ist am Donnerstag bereits vollständig belegt. Ihr letztes verfügbares Zeitfenster von vier Stunden vor dem Zieltermin liegt am Mittwoch, 10:00–14:00.

Eine Rückwärtsterminierung, die die Kapazität berücksichtigt, muss die Zerspanung dieses Loses in das Zeitfenster am Mittwoch verlegen und den Zuschnitt davor einplanen. Die Prüfung kann weiterhin am Donnerstag, 14:00–16:00, stattfinden, sofern dieses Zeitfenster frei bleibt. Der Auftrag beginnt nun früher, und zwischen Zerspanung und Prüfung entsteht eine Wartezeit.

Deshalb reicht es nicht, einfach acht Bearbeitungsstunden vom Fälligkeitstermin abzuziehen. Bestehende Maschinenbelegungen und Arbeitszeitkalender bestimmen, wo sich diese Stunden tatsächlich einplanen lassen. Kann das Material nicht vor dem erforderlichen Zeitfenster für den Zuschnitt eintreffen, müssen Sie einen Konflikt lösen – Sie haben dann noch keinen Starttermin, den Sie für die Fertigung freigeben können.

SkyPlanner führt diese Planungsarbeit in einem zusammenhängenden Produktionsplan zusammen. Die Planungs-KI Arcturus berechnet die zeitliche Einordnung der Arbeitsgänge anhand der konfigurierten Kapazitäten, Abhängigkeiten und Prioritäten. Das Gantt-Diagramm zeigt die daraus resultierenden Termine über alle Ressourcen hinweg. So lässt sich leichter erkennen, ob der vorgesehene Freigabezeitpunkt weiterhin passt.

Wann eignet sich welche Methode?

Wählen Sie die Planungsrichtung nach der Frage, die Sie beantworten müssen, statt eine Methode für den gesamten Betrieb festzulegen.

Nutzen Sie die Vorwärtsterminierung, wenn der Start feststeht und der Fertigstellungstermin gesucht ist. Ein Kunde fragt nach dem frühestmöglichen Liefertermin, Material wird an einem bestimmten Datum verfügbar oder für einen verspäteten Auftrag ist eine neue Einschätzung der Fertigstellung nötig. Planen Sie vom zulässigen Start aus, berücksichtigen Sie die bestehende Auslastung und prüfen Sie den errechneten Fertigstellungstermin, bevor Sie eine Zusage machen.

Nutzen Sie die Rückwärtsterminierung, wenn der Fertigstellungstermin feststeht und der Freigabezeitpunkt gesucht ist. Sie haben einen vereinbarten Zieltermin für die Fertigung und möchten vermeiden, deutlich früher als nötig zu starten. Rechnen Sie den Arbeitsplan rückwärts durch und berücksichtigen Sie dabei weiterhin die Materialverfügbarkeit und die Kapazität der Ressourcen.

Sowohl in der Auftragsfertigung als auch in der Lagerfertigung können beide Sichtweisen nötig sein. Ein Auftragsfertiger kann zunächst vorwärts rechnen, um einen belastbaren Termin zuzusagen, und den bestätigten Auftrag anschließend rückwärts terminieren, damit er nicht zu früh freigegeben wird. Auch ein Auftrag zur Bestandsauffüllung kann einen festen Termin haben, zu dem die Ware benötigt wird.

Es geht nicht darum, jeden Arbeitsgang erst im letztmöglichen Moment fertigzustellen. Legen Sie den Zieltermin für die Fertigung entsprechend vor den Versand, wenn Verpackung, Transport oder Zeit zum Auffangen von Verzögerungen dies erfordern. Die Rückwärtsterminierung kann mit einem so abgesicherten Zieltermin arbeiten; Sie müssen dafür nicht sämtliche Puffer streichen.

Was tun, wenn der erforderliche Starttermin bereits in der Vergangenheit liegt?

Ein erforderlicher Starttermin in der Vergangenheit ist ein Warnsignal: Unter den aktuellen Annahmen lässt sich der Zieltermin nicht erreichen. Prüfen Sie, ob die Arbeit tatsächlich schon begonnen hat, ob Dauern und Kalender stimmen und ob Material verfügbar ist. Bewerten Sie dann eine konkrete Änderung: eine geeignete alternative Ressource, zusätzliche genehmigte Kapazität, eine geänderte Priorität oder eine andere Terminzusage.

Den Zieltermin am Bildschirm zu verschieben, beseitigt den Engpass nicht. Rechnen Sie nach der Änderung neu und prüfen Sie die Auswirkungen auf andere Aufträge, bevor Sie den neuen Termin zusagen.

Die gewählte Terminierung in SkyPlanner umsetzen

Mit SkyPlanner können Sie Arbeit so früh wie möglich oder näher am Fälligkeitstermin einplanen. Die Standardregel für die Vorwärtsterminierung steuert die allgemeine Planungsrichtung. Eine Regel auf Auftragspositionsebene ermöglicht zusätzlich die JIT-Terminierung innerhalb eines gemischten ASAP/JIT-Ablaufs.

Für Sie als Planer bedeutet das: Sie müssen sich nicht entscheiden, entweder alles sofort zu starten oder alles bis zum letzten Moment aufzuschieben. Ein dringender Auftrag kann eine ASAP-Terminierung erfordern, während ein anderer bestätigter Auftrag besser nah an seinem Fälligkeitstermin eingeplant wird. Prioritäten und Planungsrichtung erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Die Priorität legt fest, welche Arbeit Vorrang hat; die Richtung beeinflusst, wo sie zeitlich eingeordnet wird.

Für die Berechnung braucht es auch die Produktionsdaten. Richten Sie Arbeitsstationen, Schichten, Bedienpersonal, Abhängigkeiten zwischen Arbeitsgängen und Prioritäten ein. Ist die materialabhängige Planung aktiviert, berücksichtigt Arcturus bei der Berechnung der Starttermine verfügbare Bestände und eingehende Lieferungen. Der Liefertermin einer Bestellung steht für die erwartete Verfügbarkeit; der Bestand wird aktualisiert, sobald der Eingang der Lieferung bestätigt ist.

Wenn sich die Situation ändert, aktualisieren Sie diese Daten und berechnen den Plan neu. Sie können den daraus entstandenen Produktionsplan prüfen, statt jeden betroffenen Arbeitsgang von Hand zu verschieben. Sie legen die Prioritäten fest; Arcturus rechnet nach Ihren Vorgaben.

SkyPlanner lässt sich über seine offene REST API mit jedem ERP oder MES integrieren. Sie können das System zur Auftragsverwaltung beibehalten und dessen Produktionsdaten mit einem Plan verknüpfen, der sich am tatsächlichen Fertigungsablauf orientiert.

Liefertermine im Produktionsalltag fundierter festlegen

Eskomatic, ein finnischer Lohnfertiger für Zerspanung, plante die Auftragsreihenfolge früher weitgehend von Hand in einem in die Jahre gekommenen ERP- und Produktionssteuerungssystem. Da der Materialstatus nur eingeschränkt sichtbar war, ließen sich Fehlbestände schwerer vorhersehen.

Mit SkyPlanner erhielt das Team eine übersichtlichere visuelle Darstellung der anstehenden Arbeitsgänge und eine automatische Kapazitätsbelegungsplanung. Wie Eskomatic berichtet, ließen sich realistische Lieferzeiten dadurch leichter erkennen und den Kunden genauere Liefertermine nennen. Die bessere Übersicht über Materialengpässe verringerte zudem Produktionsstillstände durch fehlendes Material.

Diese Erfahrung zeigt, was eine Terminierungsstrategie in der Praxis nützlich macht: Der Liefertermin wird nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit der Auslastung und der Materialsituation.

Planungsrichtung wählen und auf einen abgestimmten Produktionsplan vertrauen

Mit der Vorwärtsterminierung ermitteln Sie, wann die Arbeit frühestens abgeschlossen sein kann. Mit der Rückwärtsterminierung bestimmen Sie, wann sie spätestens beginnen kann, um einen vorgegebenen Zieltermin einzuhalten. Bewerten Sie das Ergebnis in beiden Fällen anhand der gesamten Produktionssituation – nicht nur anhand der Bearbeitungszeit des einzelnen Auftrags.

Für einen Fertigungsbetrieb mit hoher Auslastung ist SkyPlanner der praktische nächste Schritt: Sie erhalten beide Terminierungsverfahren, eine automatische Feinplanung und eine Gantt-Ansicht, die die Auswirkungen Ihrer Entscheidungen auf die Produktion sichtbar macht. So behalten Sie Ihre Terminzusagen im Griff, ohne jede Auftragsreihenfolge von Hand pflegen zu müssen.

Buchen Sie eine SkyPlanner-Demo und bringen Sie den Arbeitsplan eines typischen Auftrags, seinen Fälligkeitstermin und die am schwierigsten einzuplanende Ressource mit. Sehen Sie, wie sich der Auftrag zeitlich in Ihre übrige Produktion einfügt. Wenn Sie sich lieber erst selbst umsehen möchten, testen Sie SkyPlanner mit Demodaten.

Jussi Mäntylä

Produktionsplanungsspezialist, SkyPlanner

Erstellen Sie mit SkyPlanner einen klareren Produktionsplan

Verbinden Sie Ihre Daten, überprüfen Sie den ersten Plan und behalten Sie die Kontrolle über jeden Zeitplan, der in Betrieb genommen wird.