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Configure to Order: Von der Produktauswahl bis zur Lieferung

Produktwahl ohne Neukonstruktion bei jedem Auftrag: Wann sich CTO eignet und wie SkyPlanner die Arbeit für jede Konfiguration einplant.

Jussi Mäntylä Produktionsplanungsspezialist, SkyPlanner Aktualisiert 16. Oktober 2026 9 Min. Lesezeit
A modular conveyor with alternative belts, drive modules and a sensor bracket for predefined product choices.
In diesem Artikel
  1. Was macht ein Produkt zum CTO-Produkt?
  2. CTO, ETO, MTO und ATO beschreiben unterschiedliche Aspekte
  3. Wann lohnt sich Configure to Order?
  4. Aus der Optionsauswahl einen fertigungsreifen Auftrag machen
  5. Die konkrete Variante planen, nicht das Durchschnittsprodukt
  6. Was die vernetzte Feinplanung bei UTU verändert hat
  7. Vom Kunden gewählte Varianten leichter liefern

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Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

Configure to Order (CTO) bedeutet, ein Produkt nach der Auswahl des Kunden aus vordefinierten, miteinander kompatiblen Optionen herzustellen. Der Kunde erhält eine Kombination, die zu seinem Bedarf passt. Der Hersteller greift auf bewährte Konstruktionen und Produktregeln zurück, statt jeden Auftrag von Grund auf neu zu konstruieren.

Der Reiz liegt in der Auswahl, ohne immer wieder für dieselben Konstruktionsentscheidungen zu bezahlen. Doch auch eine freigegebene Kombination braucht die richtigen Materialien, Fertigungsarbeitsgänge und Zeit in der Produktion. Ein Produkt, das verkauft werden darf, kann deshalb nicht automatisch schon nächsten Freitag geliefert werden.

SkyPlanner APS hilft Ihnen, diese zweite Herausforderung zu bewältigen. Die Planungs-KI Arcturus berechnet, wann sich die erforderlichen Arbeiten neben Ihren anderen Aufträgen ausführen lassen. Sie sehen das Ergebnis im Gantt-Plan und legen die Prioritäten fest, statt bei jeder Änderung des Variantenmixes die Auftragsreihenfolge an jeder Arbeitsstation neu aufzubauen.

Was macht ein Produkt zum CTO-Produkt?

CTO beginnt, bevor der Kunde einen Auftrag erteilt. Die Konstruktion legt die Bausteine des Produkts, die zulässigen Optionen und die Regeln für deren Zusammenspiel fest. Der Vertrieb wählt anschließend innerhalb dieses freigegebenen Spektrums aus.

Stellen Sie sich einen Hersteller modularer Förderanlagen vor. Die Kunden wählen Breite und Länge aus Standardmaßen sowie Gurttyp, Rahmenmaterial, Antrieb und Sensorpaket. Regeln legen fest, welche Antriebe für welche Lasten und Geschwindigkeiten geeignet sind, welche Gurte zur jeweiligen Anwendung passen und welche Sensoranordnungen verfügbar sind. Eine gültige Auswahl steht für eine bewährte Lösung, nicht für eine offene Konstruktionsfrage.

Diese Auswahl kann dennoch erheblichen Fertigungsaufwand verursachen. Ein Edelstahlrahmen muss unter Umständen erst gefertigt und poliert werden, bevor die Förderanlage montiert wird. CTO bedeutet weder, dass jedes Teil bereits im Lager liegt, noch, dass für den Auftrag nur noch die Endmontage nötig ist.

Die Grenze bildet das freigegebene Konstruktionsspektrum. Wünscht ein Kunde eine Last oder Steigung außerhalb dieses Bereichs, muss die Konstruktion die Anfrage prüfen. Sie können eine Standardalternative anbieten oder die Ausnahme als Konstruktionsaufgabe behandeln, statt sie stillschweigend durch den Konfigurationsprozess zu schleusen.

CTO, ETO, MTO und ATO beschreiben unterschiedliche Aspekte

Diese Begriffe helfen, einen Auftrag einzuordnen. Sie schließen sich aber nicht immer gegenseitig aus:

  • Configure to Order: Was kann der Kunde wählen? Das Produkt wird aus vordefinierten, miteinander kompatiblen Optionen zusammengestellt.
  • Engineer to Order (ETO): Erfordert die Anfrage neue Konstruktionsarbeit? Eine kundenspezifische Lösung muss entwickelt werden, gegebenenfalls auch unter Verwendung von Standardteilen.
  • Auftragsfertigung (MTO): Was löst die Fertigung aus? Die Produktion beginnt nach Eingang des Kundenauftrags und kann auf einer bestehenden Konstruktion basieren.
  • Auftragsmontage (ATO): Was wird im Voraus vorbereitet? Komponenten oder Baugruppen stehen bereits vor Auftragseingang bereit. Das ausgewählte Endprodukt wird anschließend montiert.

Die Förderanlage kann auftragsbezogen konfiguriert und anschließend auftragsbezogen gefertigt werden. Eine andere Produktfamilie könnte dasselbe Konfigurationsprinzip nutzen, aber bevorratete Module erst nach Auftragseingang montieren. Die Konfiguration beschreibt die Auswahl; die Produktionsstrategie bestimmt, welche Arbeiten danach noch anstehen.

Wann lohnt sich Configure to Order?

CTO eignet sich besonders, wenn Kunden relevante Varianten benötigen, sich die zugrunde liegende Konstruktionsarbeit aber weitgehend wiederholt. Die besten Voraussetzungen bieten Produktfamilien, bei denen eine überschaubare Anzahl von Modulen und Regeln einen nennenswerten Teil der Nachfrage abdecken kann.

Sehen Sie sich die letzten Aufträge an. Welche Unterschiede schaffen tatsächlich einen Mehrwert für den Kunden? Welche führen immer wieder zu denselben Rückfragen an die Konstruktion? Wiederkehrende Optionen bei Größe, Material, Leistung oder Zubehör kommen für eine Standardisierung infrage, sofern sich ihre Kombinationen im Voraus validieren lassen.

Die Vorteile entstehen dadurch, dass wiederkehrende Arbeit entfällt. Der Vertrieb kann freigegebene Kombinationen mit weniger Abstimmungsaufwand anbieten. Die Konstruktion hat mehr Zeit für neue Lösungen und echte Ausnahmen. Einkauf und Produktion erhalten Anforderungen, die sich häufiger wiederholen. So können Sie ein breiteres Sortiment anbieten, ohne jeden Verkauf als neues Entwicklungsprojekt zu behandeln.

Diese Vorteile setzen Investitionen voraus. Jemand muss die Module konstruieren, die Kompatibilitätsregeln pflegen und die Produktionsdaten bei Änderungen an Teilen oder Konstruktionen auf dem aktuellen Stand halten. Eine selten verkaufte Option, die eine eigene Lieferkette und einen gesonderten Fertigungsablauf erfordert, kann mehr kosten, als sie einbringt. Mehr Auswahl ist nicht automatisch das bessere Angebot.

Beginnen Sie mit einer Produktfamilie, bei der die Wiederholungen klar erkennbar sind. Legen Sie die angebotenen Optionen und den Umgang mit Ausnahmen fest. Prüfen Sie anschließend, ob Vertrieb, Konstruktion und Produktion dieselbe Auswahl auch gleich verstehen. Standardisieren Sie, was Kunden immer wieder kaufen – nicht jeden Sonderwunsch, der jemals bei Ihnen eingegangen ist.

CTO ist weniger attraktiv, wenn die meisten Aufträge tatsächlich neue Konstruktionen erfordern oder wenn Kunden die Wartezeit für die verbleibende Fertigung nicht akzeptieren. Gefragte Produkte, die sofort benötigt werden, lassen sich unter Umständen besser aus dem Fertigwarenlager liefern. Verschiedene Produktfamilien können unterschiedliche Ansätze nutzen, ohne dass die Gesamtstrategie des Werks dadurch widersprüchlich wird.

Aus der Optionsauswahl einen fertigungsreifen Auftrag machen

Eine Konfiguration sollte der Produktion sagen, was zu fertigen ist. Der Planer sollte das nicht erst aus einem Angebot rekonstruieren müssen. Bei der Übergabe werden die gewählte Spezifikation und die zugehörigen Materialbedarfe, die Arbeitsgangfolge, die Zeitvorgaben und die geeigneten Ressourcen benötigt.

Ein Produktkonfigurator prüft, ob die gewählte Kombination zulässig ist. Software für Konfiguration, Preisermittlung und Angebotserstellung (CPQ) kann zusätzlich die Preisfindung und Angebotserstellung unterstützen. Im ERP können der angenommene Auftrag und die Produktionsdaten geführt werden. Die Feinplanung ordnet die erforderlichen Arbeiten anschließend den verfügbaren Zeitfenstern zu. Diese Aufgaben hängen zusammen: Eine Kombination zu validieren, reserviert für sich genommen noch keine Fertigungskapazität.

Beim beispielhaften Hersteller von Förderanlagen könnten sich folgende Auswirkungen auf die Planung ergeben:

Vom Kunden gewählte OptionAuswirkungen auf Fertigung oder BeschaffungWas die Planung berücksichtigen muss
EdelstahlrahmenAnderes Material sowie andere Fertigungs- und PolierarbeitenVerfügbarkeit des richtigen Materials und erforderliche Arbeitsgänge
Rahmen aus beschichtetem StahlFertigung mit anschließender Beschichtung nach freigegebenem AblaufBearbeitungs-, Rüst- und gegebenenfalls erforderliche Wartezeiten
Größerer freigegebener AntriebAndere Zukaufkomponente und andere MontageanforderungenVerfügbarkeit der Komponente und passende Arbeitsgangdauern
Optionales SensorpaketZusätzliche Installations- und PrüfarbeitenZusätzliche Arbeiten und Ressourcen bis zur Fertigstellung

Übernehmen Sie die Auswirkungen jeder Option in den Auftrag. Wer nur die Beschreibung ändert, den Standardarbeitsplan aber unverändert lässt, macht die gerade verkaufte Arbeit in der Planung unsichtbar.

Die gewählte Konfiguration muss bei der Freigabe und auch nach späteren Änderungen eindeutig nachvollziehbar bleiben. Legen Sie fest, wer die Material- und Arbeitsbedarfe aktualisiert, wenn der Kunde eine Option ändert. Ein anderer Gurt oder Rahmen kann sich auf Zukaufteile, bereits begonnene Arbeiten und den Fertigstellungstermin auswirken. Behandeln Sie das als Auftragsänderung, deren Folgen zu prüfen sind – nicht nur als neue Zeile im Angebot.

Die konkrete Variante planen, nicht das Durchschnittsprodukt

Zurück zum Hersteller der Förderanlagen: Der Vertrieb erhält mehrere Aufträge für die Edelstahlvariante. Die Zahl der Förderanlagen liegt im gewohnten Rahmen, doch nun müssen mehr davon poliert werden. Die Standarddurchlaufzeit des Werks ist unverändert geblieben – die Auslastung der Polierressource dagegen nicht.

Plant der Planer jede Förderanlage als durchschnittliche Einheit ein, können diese zusätzlichen Arbeitsgänge unsichtbar bleiben, bis sie in der Produktion anstehen. Die Rahmenfertigung wird vielleicht zügig abgeschlossen, doch anschließend warten die Rahmen auf das Polieren. Mehr Rahmen in die Fertigung zu geben, schafft keine zusätzliche Polierkapazität.

Die entscheidende Frage für den Liefertermin lautet daher: Wann können die tatsächlich erforderlichen Arbeiten dieses Auftrags abgeschlossen werden – unter Berücksichtigung der Materialien und der bereits für andere Kunden verplanten Kapazität?

SkyPlanner ordnet diese Arbeiten in einen zusammenhängenden Produktionsplan ein. Sie definieren Prozessschritte, Zeitvorgaben, Arbeitsstationen, Schichten und Ressourcenbedarfe. Für wiederkehrende Produkte können bewährte Arbeitspläne hinterlegt werden; die Auftragspositionen bilden die einzuplanenden Arbeiten ab. Der konfigurierte Auftrag muss mit den Arbeitsgängen und Materialien in der Planung ankommen, die zur gewählten Variante passen.

Arcturus berechnet die auftragsübergreifende Reihenfolge anhand der Kapazitäten, Abhängigkeiten und Planungsregeln, die Sie definiert haben. In der Gantt-Ansicht können Sie die Arbeiten über die Ressourcen hinweg verfolgen und sehen, wie sich konkurrierende Aufträge auswirken. So fließen die wartenden Polieraufträge bereits in die Bewertung des Liefertermins ein, bevor sie auf dem Shopfloor zur Überraschung werden.

Wenn die materialabhängige Planung aktiviert ist, fließt auch die Materialverfügbarkeit in die Berechnung ein. Ein Zukaufantrieb, der erst später erwartet wird, kann nicht wie ein bereits verfügbarer behandelt werden. Halten Sie die Beschaffungsdaten aktuell und berechnen Sie den Plan neu, wenn sie sich ändern.

Sie legen die Prioritäten fest und sichern Planungsentscheidungen durch Sperren ab. Hat eine dringend benötigte Förderanlage Vorrang, berechnet Arcturus den Plan innerhalb dieser Vorgaben neu. Sie prüfen dabei auch die daraus resultierenden Termine der anderen Aufträge. Das verringert den manuellen Aufwand für die Pflege der Reihenfolgen und schafft eine klarere Grundlage für die Entscheidung, welche Terminzusagen Sie absichern.

SkyPlanner lässt sich über seine offene REST API mit jedem ERP oder MES integrieren. Binden Sie Ihre vorhandenen Auftrags-, Produkt- und Produktionsdaten an die Feinplanung an, statt zunächst das ERP zu ersetzen. Legen Sie bei der Einführung von CTO fest, wie aus der gewählten Variante in diesem Datenfluss die richtigen Material- und Arbeitsgangdaten entstehen. Das ist die praktische Verbindung zwischen dem verkauften Produkt und den Arbeiten, die Arcturus einplant.

Was die vernetzte Feinplanung bei UTU verändert hat

UTU fertigt Schaltanlagen und Schaltgeräte. Vor der Einführung von SkyPlanner führten die Abteilungen separate Excel-Pläne. Änderungen an der Auftragsreihenfolge im ERP kamen nicht immer auf dem Shopfloor an. Die tatsächlich verfügbare Kapazität war schwer einzuschätzen. Um Lieferzusagen einzuhalten, musste deshalb immer wieder umgeplant werden.

Mit der Anbindung von SkyPlanner an Oracle NetSuite und das Lohnabrechnungssystem führte UTU die Linien und Abteilungen seines Werks in einem gemeinsamen Planungssystem zusammen. Das Team hebt besonders die Kombination aus automatischer Feinplanung und Gantt-Ansicht hervor: Kapazität, Auslastung und Arbeitsreihenfolge werden gemeinsam sichtbar.

Im Erfahrungsbericht von UTU zu SkyPlanner berichtet das Unternehmen, dass es pro Woche rund zwei Stunden einspart, die zuvor für die Aktualisierung von Tabellen aufgewendet wurden. Außerdem beschreibt es, dass sich Projektlieferungen präziser planen lassen und aktualisierte Auftragsreihenfolgen innerhalb von Sekunden an der Produktionslinie ankommen. Genau darin liegt der Nutzen, wenn der Auftrag mit den tatsächlich auszuführenden Arbeiten verknüpft wird: weniger Aufwand für die Pflege separater Pläne und eine klarere Abstimmung bei Änderungen der Reihenfolge.

Vom Kunden gewählte Varianten leichter liefern

Der Nutzen von CTO liegt darin, wiederkehrende Kundenanforderungen in standardisierte Auswahlmöglichkeiten zu überführen. Sichern Sie diesen Vorteil über die gesamte Produktion hinweg: Legen Sie für die gewählte Variante die passenden Arbeitsanforderungen zugrunde und beurteilen Sie die Lieferbarkeit anhand der Ressourcen, die auch andere Aufträge beanspruchen.

Entscheiden Sie sich für SkyPlanner, wenn diese Abstimmung durch tägliches Umplanen zur Belastung geworden ist. Arcturus übernimmt die Berechnung des Produktionsplans, die Gantt-Ansicht zeigt die Auswirkungen, und Sie behalten die Kontrolle über die Prioritäten. So können Sie mehr Zeit darauf verwenden, den tatsächlichen Engpass zu beheben, statt Aufträge zu verschieben, um separate Auftragsreihenfolgen aufeinander abzustimmen.

Buchen Sie eine SkyPlanner-Demo und bringen Sie zwei gängige Konfigurationen mit sowie Angaben zu den Arbeitsgängen, in denen sie sich unterscheiden, und zu einer Ressource, die beide nutzen. Diese Angaben sind ein guter Ausgangspunkt, um zu sehen, wie sich Ihre Produktvarianten in einen realistischen Produktionsplan einfügen würden. Wenn Sie SkyPlanner zunächst selbst erkunden möchten, testen Sie SkyPlanner mit Demodaten.

Jussi Mäntylä

Produktionsplanungsspezialist, SkyPlanner

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