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Liefertreue in der Fertigung: Halten Sie Ihre Zusagen

Volle Fertigung, späte Lieferungen? Erfahren Sie, wie Sie Liefertreue messen und mit SkyPlanner die Produktion auf zugesagte Termine ausrichten.

Jussi Mäntylä Experte für Produktionsplanung, SkyPlanner Aktualisiert 16. Oktober 2026 10 Min. Lesezeit
Manufactured components converge into a complete shipping carton beside a waiting delivery truck.
In diesem Artikel
  1. So berechnen Sie die Liefertreue
  2. Warum eine ausgelastete Fertigung trotzdem zu spät liefert
  3. Aus der Lieferzusage einen Fertigstellungstermin ableiten
  4. Zugesagte Termine in der täglichen Produktionsplanung absichern
  5. Jeden Auftrag mit den verfügbaren Kapazitäten realistisch einplanen
  6. Materialverfügbarkeit in die Planung einbeziehen
  7. Prioritäten bewusst setzen – nicht nach dem letzten Anruf
  8. Den Plan an Veränderungen in der Fertigung anpassen
  9. Bei Lieferrisiken schon vor dem Versandtag entscheiden
  10. Was sich dadurch bei KJH-Comp verändert hat
  11. Risiken für Liefertermine prüfen, bevor Lieferungen zu spät kommen

Startseite » Ressourcen » Liefertreue in der Fertigung: Halten Sie Ihre Zusagen

Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

Die Liefertreue (On-time Delivery, OTD) misst, wie zuverlässig Sie die mit Ihren Kunden vereinbarten Liefertermine einhalten. Wer sie in der Fertigung verbessern will, muss sicherstellen, dass die richtigen Aufträge die Produktion durchlaufen, fertiggestellt werden und den vereinbarten Lieferort rechtzeitig erreichen können.

Das ist nicht dasselbe, wie jede Maschine auszulasten. Der Zuschnitt kann dem Plan voraus sein, während für einen Auftrag, der morgen versendet werden soll, noch ein geschweißtes Bauteil fehlt. Die Fertigung wirkt produktiv – der Kunde erhält seine Lieferung trotzdem zu spät.

Die entscheidende Frage in der Praxis lautet: Lassen sich Ihre zugesagten Termine mit dem aktuellen Produktionsplan noch einhalten? SkyPlanner APS hilft Ihnen, diese Frage zu beantworten: Die Software plant zusammenhängende Arbeitsgänge unter Berücksichtigung von Kapazitäten, Material und Prioritäten und berechnet den Plan bei Änderungen in der Produktion neu. So verbringen Sie weniger Zeit damit, die Auftragsreihenfolge an den Maschinen neu aufzubauen, und können sich stärker um die Aufträge kümmern, deren Termine gefährdet sind.

So berechnen Sie die Liefertreue

Eine aussagekräftige OTD-Kennzahl setzt voraus, dass klar vereinbart ist, was als pünktlich gilt. Bezieht sich die Zusage auf den Versand der Ware, die Anlieferung beim Kunden oder die Bereitstellung zur Abholung? Ein abgeschlossener Produktionsauftrag ist nicht automatisch eine termingerechte Kundenlieferung.

Für eine auftragsbezogene Berechnung gilt:

Liefertreue (%) = Im Zeitraum fällige Aufträge, die das vereinbarte Lieferzeitfenster eingehalten haben ÷ Alle im Zeitraum fälligen Aufträge × 100

Angenommen, in diesem Monat waren 50 Aufträge fällig. Davon erreichten 44 den vereinbarten Lieferort innerhalb des akzeptierten Zeitfensters. Ihre Liefertreue liegt damit bei 88 %. Fällige, aber noch nicht gelieferte Aufträge bleiben im Nenner. Andernfalls könnten gerade die größten Verspätungen aus der Kennzahl verschwinden.

Stimmen Sie die folgenden Regeln mit allen ab, die mit der Kennzahl arbeiten:

  • Zähleinheit: ganze Aufträge, Auftragspositionen oder geplante Lieferungen. Bleiben Sie bei einer einheitlichen Grundlage.
  • Termin und Zeitfenster: der vereinbarte Liefertermin und die zulässigen Toleranzen für frühere oder spätere Lieferungen. Eine vorzeitige Lieferung ist nicht immer akzeptabel, etwa wenn der Kunde die Ware nicht annehmen oder lagern kann.
  • Teillieferungen: Legen Sie fest, wann ein Auftrag als geliefert gilt, statt ihn bereits mit der ersten Sendung als abgeschlossen zu werten.
  • Geänderte Zusagen: Bewahren Sie neben den geänderten Terminen auch den ursprünglich vereinbarten Termin auf. So kann eine Terminverschiebung keine verfehlte Zusage verdecken.

OTD betrachtet die Termineinhaltung. Die termingerechte und vollständige Lieferung (On-time in-full, OTIF) berücksichtigt zusätzlich, ob die gesamte vereinbarte Menge geliefert wurde. Bei der Produktionsplanerfüllung geht es dagegen um eine andere Frage: Wurden die internen Arbeitsgänge zu den geplanten Zeiten ausgeführt? Eine Fertigung kann die Verspätung eines Arbeitsgangs aufholen und dennoch pünktlich liefern. Umgekehrt kann sie einen unrealistischen Produktionsplan einhalten und trotzdem die Kundenzusage verfehlen.

Bewerten Sie mit OTD das Ergebnis aus Kundensicht und nutzen Sie interne Kennzahlen, um die Ursachen zu verstehen.

Warum eine ausgelastete Fertigung trotzdem zu spät liefert

Lieferprobleme entstehen häufig zwischen den Arbeitsgängen – nicht erst an der Maschine, die am Ende zu spät fertig wird. Ein Teil wartet auf Material, verpasst dadurch seinen eingeplanten Termin beim Biegen und kommt erst in die Montage, nachdem die zugehörigen Teile dort bereits eingetroffen sind.

Die Auftragsreihenfolge jeder Abteilung kann für sich genommen sinnvoll aussehen. Das Problem: Die Abläufe hängen voneinander ab und konkurrieren um gemeinsam genutzte Kapazitäten. Wird ein dringender Arbeitsgang an einer Maschine vorgezogen, kann er einen anderen Auftrag verdrängen, der für die nachfolgenden Schritte weniger Zeit übrig hat.

Die Losbildung bringt einen weiteren Zielkonflikt mit sich. Ähnliche Arbeiten zu bündeln kann Rüstzeit sparen. Ein langes, effizient gefertigtes Los ist aber keine gute Wahl, wenn sich dadurch ein Auftrag verzögert, der heute versendet werden muss. Ziel ist es, Kapazitäten effizient zu nutzen und die richtigen Aufträge fertigzustellen – nicht, jede Arbeitsstation maximal auszulasten.

Eine an Lieferterminen ausgerichtete Feinplanung macht diese Zusammenhänge sichtbar. Statt nur zu fragen, welcher Arbeitsgang an dieser Stelle am dringendsten ist, können Sie prüfen, mit welcher Reihenfolge sich der gesamte Auftragsbestand realistisch fertigstellen lässt.

Aus der Lieferzusage einen Fertigstellungstermin ableiten

Gehen Sie vom Lieferort und dem Termin aus, die der Kunde erwartet, und rechnen Sie zurück, wann die Fertigung abgeschlossen sein muss. Berücksichtigen Sie dabei alle Schritte dazwischen: je nach Auftrag etwa Endprüfung, Verpackung, Versandfristen und Transport.

Benötigt der Kunde die Ware am Freitag und muss sie Ihr Werk dafür am Donnerstag verlassen, kann Freitag nicht zugleich der Fertigstellungstermin für die Produktion sein. Die Fertigung muss früh genug abgeschlossen sein, damit die Versandvorbereitungen für Donnerstag möglich sind.

In SkyPlanner bezeichnet der Liefertag eines Auftrags den Tag, bis zu dem er fertiggestellt und versandbereit sein soll. Nutzen Sie diesen Zieltermin, wenn Sie die Kundenzusage in den Produktionsplan übertragen. So bleibt der interne Termin mit der Liefervereinbarung verknüpft, ohne die Fertigstellung mit dem Wareneingang beim Kunden gleichzusetzen.

Prüfen Sie vor einer neuen Terminzusage, ob sie sich mit der bestehenden Auslastung vereinbaren lässt. Kontrollieren Sie nach der Auftragsannahme weiterhin, ob die Zusage mit dem sich ändernden Plan eingehalten werden kann. Ein Termin, der letzte Woche noch machbar war, kann nach einem Maschinenausfall oder einer Lieferverzögerung unrealistisch geworden sein.

Zugesagte Termine in der täglichen Produktionsplanung absichern

Jeden Auftrag mit den verfügbaren Kapazitäten realistisch einplanen

Planen Sie die verbleibenden Arbeitsgänge im Zusammenhang. Berücksichtigen Sie dabei die benötigten Maschinen, Schichten und Mitarbeiter sowie die Abhängigkeiten zwischen den Arbeitsschritten. Ein freies Zeitfenster im Zuschnitt hilft nur, wenn auch die nachfolgenden Arbeitsgänge noch rechtzeitig abgeschlossen werden können.

Arcturus, die KI-gestützte Planungsengine von SkyPlanner, berechnet den Plan anhand Ihrer Produktionsressourcen und Regeln. Die Gantt-Zeitleiste zeigt, wann die Arbeitsgänge eingeplant sind. An die Stelle einzelner Berechnungen der Auftragsreihenfolge tritt so eine zusammenhängende Sicht darauf, wie Aufträge um die verfügbare Zeit konkurrieren.

Reicht die Kapazität für die anstehende Arbeit nicht aus, liefert der Plan eine Grundlage zum Handeln: Prüfen Sie zusätzliche Kapazitäten mit entsprechender Personalbesetzung, eine geeignete alternative Arbeitsstation oder eine andere Reihenfolge. Lässt sich die Zusage mit keiner dieser Maßnahmen halten, sprechen Sie den Terminkonflikt an, solange der Kunde noch Zeit hat zu reagieren.

Materialverfügbarkeit in die Planung einbeziehen

Eine freie Maschine allein macht einen Auftrag noch nicht ausführbar. Fehlendes Rohmaterial oder ein fehlendes Zukaufteil kann den Ablauf auch dann stoppen, wenn Kapazität vorhanden ist.

Wenn die entsprechende Regel aktiviert ist, berücksichtigt SkyPlanner bei der Planung Lagerbestände und erwartete Materialzugänge. Die Materialverfügbarkeit fließt dann direkt in die Terminierung der Arbeitsgänge ein. Sie bleibt nicht bloß eine separate Notiz, an die der Planer beim Umstellen der Auftragsreihenfolge denken muss.

Sorgen Sie dafür, dass aktuelle Informationen aus dem Einkauf in die Planung einfließen. Verschiebt sich ein Wareneingangstermin, ist nicht nur entscheidend, wann das Material eintrifft. Ebenso wichtig ist die Frage, für welche bereits zugesagten Lieferungen nun ein anderer Produktionsplan nötig ist.

Prioritäten bewusst setzen – nicht nach dem letzten Anruf

Bei einer dringenden Anfrage müssen die Folgen einer Entscheidung abgewogen werden. Wird der Auftrag vorgezogen, kann er genau die Kapazität belegen, die ein anderer bereits zugesagter Auftrag benötigt.

Mit den dynamischen Prioritäten von SkyPlanner können Fertigstellungstermine und andere betriebliche Prioritäten die Planungsreihenfolge beeinflussen. Die Planer legen Prioritäten und Regeln fest; Arcturus berücksichtigt sie bei der Berechnung. So können Sie wichtige Zusagen absichern, ohne immer wieder jeden betroffenen Arbeitsgang von Hand zu verschieben.

Geben Sie nicht jedem Auftrag die höchste Priorität. Ein tatsächlicher Kapazitätskonflikt verschwindet nicht durch eine andere Kennzeichnung. Entscheiden Sie mithilfe der Prioritäten, welche Arbeiten die knappe Zeit erhalten sollen, und prüfen Sie anschließend die Auswirkungen auf die anderen Zusagen.

Den Plan an Veränderungen in der Fertigung anpassen

Erfassen Sie abgeschlossene Arbeitsgänge, geänderte Bearbeitungszeiten, Stillstände und Kapazitätsänderungen zeitnah. Ein Plan, der noch auf dem Fortschritt von gestern beruht, kann für die heutige Abstimmung über Liefertermine eine falsche Ausgangslage vermitteln.

Bei aktiviertem Autopilot kann SkyPlanner den Plan beim Eintritt konfigurierter Ereignisse oder zeitgesteuert neu berechnen und dabei Ihre Regeln und Sperren beibehalten. Die Hervorhebung verspäteter Arbeitsgänge im Gantt lenkt den Blick auf Arbeiten, die überprüft werden müssen. So erhalten Sie einen laufend gepflegten Plan, auf dessen Grundlage Sie handeln können, statt nach jeder Änderung die Auftragsreihenfolge erneut manuell aufzubauen.

Bei Lieferrisiken schon vor dem Versandtag entscheiden

Stellen Sie sich einen angenommenen Auftrag vor, der am Donnerstag versandbereit sein muss. Der Zuschnitt ist abgeschlossen, doch ein für die Montage benötigtes Zukaufteil kommt nun später als geplant. Außerdem arbeitet dasselbe Montageteam an einem weiteren Auftrag, der in der folgenden Woche fällig ist.

Den ersten Auftrag einfach als dringend zu kennzeichnen, bringt das fehlende Bauteil nicht herbei. Andere Arbeiten vorzuziehen hält die Mitarbeiter möglicherweise beschäftigt, kann aber dazu führen, dass bei Ankunft des Bauteils zu wenig Montagekapazität übrig ist.

Prüfen Sie den zusammenhängenden Plan mit dem geänderten Materialtermin. Lassen sich die verbleibende Montage und Prüfung noch vor dem Versand abschließen? Könnten Arbeiten am später fälligen Auftrag verschoben werden, ohne dessen zugesagten Termin zu gefährden? Würden zusätzliche Arbeitsstunden mit entsprechender Personalbesetzung den Konflikt lösen, oder trifft das Material ohnehin schon zu spät ein?

SkyPlanner bezieht Material, Kapazitäten und Prioritäten gemeinsam in die Planberechnung ein. Das gibt dem Planer eine klarere Grundlage, um eine geeignete Gegenmaßnahme auszuwählen. Gibt es keine machbare Lösung mehr, sprechen Sie das Problem an und vereinbaren Sie den nächsten Schritt. Warten Sie nicht bis Donnerstag, um sich bestätigen zu lassen, was der Plan bereits zeigt.

Was sich dadurch bei KJH-Comp verändert hat

KJH-Comp, ein finnischer Lohnfertiger für Blechbearbeitung, stand vor dem Problem, eine wochenbasierte Produktionsplanung mit tagesgenauen Lieferzusagen in Einklang zu bringen. Das ERP-System C9000 und Tabellen zeigten die grobe Wochenauslastung, während die Vorgesetzten die Arbeiten manuell den Maschinen zuwiesen.

Mit SkyPlanner wurden die Planung mit begrenzten Kapazitäten und die Maschinenzuweisung automatisiert. Zudem prüft das Unternehmen vor dem Schweißen die Teileverfügbarkeit und stellt sicher, dass alle benötigten Teile einschließlich der Zukaufteile zusammengeführt sind, bevor die Arbeit in die Warteschlange aufgenommen wird. So werden ausführbare Arbeiten mit den maßgeblichen Kapazitäten und Terminen verknüpft.

KJH-Comp berichtet, dass die Liefertreue von rund 50 % auf bis zu 98 % im Jahr 2026 gestiegen ist. Für andere Fertigungsunternehmen liegt die wichtige Erkenntnis in der Planungsänderung hinter diesem Ergebnis: Eine Gesamtauslastung pro Woche reicht nicht aus, wenn Kunden ihre Aufträge an einem bestimmten Tag erwarten.

Im Erfahrungsbericht von KJH-Comp mit SkyPlanner erfahren Sie mehr über die Einführung und die erzielten Ergebnisse.

Risiken für Liefertermine prüfen, bevor Lieferungen zu spät kommen

Stellen Sie in der täglichen Planungsbesprechung die angenommenen Aufträge in den Mittelpunkt, deren Fertigstellungstermine gefährdet sind. Klären Sie für jeden Auftrag, welches Material, welcher Arbeitsgang oder welche Ressource den Engpass verursacht. Legen Sie eine Maßnahme fest und prüfen Sie, welche anderen Terminzusagen davon betroffen sind. Machen Sie die daraus entstehende Auftragsreihenfolge für die Mitarbeitenden in der Fertigung sichtbar.

Prüfen Sie neben der OTD auch, wie groß die Verspätungen waren und welche Ursachen wiederholt auftraten. Wenn Material nicht rechtzeitig bereitsteht, sind andere Maßnahmen nötig als bei einer wiederholten Überlastung derselben Arbeitsstation. Messen Sie die Liefertreue sowohl an den ursprünglichen als auch an den geänderten Zusagen. So zeigt sich, ob sich die Lieferleistung tatsächlich verbessert oder lediglich Termine verschoben werden.

Wenn nach dieser Prüfung immer noch jemand die Auftragsreihenfolgen mehrerer Maschinen von Hand korrigieren muss, ist SkyPlanner ein sinnvoller nächster Schritt. Über seine offene REST API lässt sich SkyPlanner an jedes ERP oder MES anbinden. Aus Ihren Produktionsdaten entsteht ein Produktionsplan, der auch bei Änderungen im Fertigungsablauf auf dem aktuellen Stand gehalten werden kann.

Buchen Sie eine Demo, bei der ein angenommener Auftrag und eine reale Störung in Ihrer Fertigung im Mittelpunkt stehen. Sehen Sie, wie sich die noch ausstehenden Arbeitsgänge, die Auslastung durch andere Aufträge und der angestrebte Liefertermin miteinander vereinbaren lassen. Oder starten Sie einen Test mit Demodaten und erkunden Sie, wie SkyPlanner Ihrem Team helfen kann, die nächste Zusage einzuhalten.

Jussi Mäntylä

Experte für Produktionsplanung, SkyPlanner

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Verbinden Sie Ihre Daten, prüfen Sie den ersten Plan und behalten Sie bei jedem freigegebenen Plan die Kontrolle in der Hand Ihrer Planer.